Der alte Freund über den Dächern

Als Kind gibt Mara dem Mond einen Namen.
Er hört zu, wenn niemand sonst Zeit hat. Er bleibt, wenn Tage laut werden. Er verändert sich, ohne zu verschwinden.

Jahre später ist aus dem Mädchen eine Frau geworden. Die Fenster sind andere, die Nächte kürzer, die Gedanken schwerer. Der Mond hängt noch immer über den Dächern, still und geduldig, wie ein alter Freund, der nicht nach Erklärungen fragt.

Diese Kurzgeschichte erzählt von einer leisen Freundschaft, von Schlaflosigkeit, vom Älterwerden und von der tröstlichen Erkenntnis, dass Beständigkeit nicht bedeutet, gleich zu bleiben.

Manchmal reicht ein Blick nach oben, um sich selbst wiederzufinden.