Ich bin die, die nachts da ist.
Nicht aus Zufall. Nicht aus Mangel an Alternativen. Sondern, weil ich es genau so will.
Ich arbeite im Sicherheitsdienst. Allein. In Gebäuden, in denen der Wind durch Flure pfeift und die Technik sich manchmal ein Eigenleben erlaubt.
Ich gehe Kontrollrunden, beobachte, reagiere – und warte.
Nicht passiv. Sondern bereit. Immer.
Tagsüber schlafe ich, so gut es geht. Und wenn nicht, dann recherchiere ich – über Verbrechen, menschliche Abgründe, psychologische Muster. Ich höre True-Crime-Podcasts, analysiere Tatorte in Serien, zerlege Täterprofile in Gedanken. Ich sammle Fetzen, stückle sie zusammen – und irgendwann wird daraus eine Geschichte.
Schreiben kam nicht plötzlich. Es war kein „Ich will Autorin sein“-Moment.
Es war eher ein leises Reinrutschen. Eine Mischung aus Beobachtung, Gedankenknoten und dem Wunsch, den Wahnsinn der Welt wenigstens auf dem Papier zu ordnen.
Heute schreibe ich Thriller. Bücher, in denen keine Blümchen vorkommen. Aber Wahrheit. Brüche. Figuren mit Rückgrat – und solchen, die erst keins hatten.
Ich schreibe von Mord, ohne das Leid zu glorifizieren.
Von Ermittlungen, ohne Heldenkitsch.
Und von Menschen, die funktionieren – nicht, weil sie stark sind, sondern weil sie müssen.
Ich selbst bin kein Fan großer Emotionen.
Ich bin loyal. Direkt. Ich lache über schwarzen Humor und flüchte nicht vor dunklen Gedanken.
Ich bin analytisch, unordentlich im Kopf, aber detailverliebt beim Schreiben.
Ich liebe meine Katzen, hasse unnötiges Telefonieren, trinke keinen Kaffee, aber hin und wieder einen Kakao mit Hafermilch.
Ich schlafe seit über 20 Jahren mit einem Kuscheltier namens Wolfgang.
Und ich habe gelernt, dass der einzige Mensch, für den ich atmen muss – ich selbst bin.
Warum Abgründe & Kekse?
Weil genau dazwischen mein Leben liegt.
Zwischen tiefen Themen und flüchtigem Zucker.
Zwischen echtem Ernst und ironischem Augenzwinkern.
Und weil auch in der schlimmsten Geschichte ein Moment zum Durchatmen wichtig ist.
